Sonntag, 12. Juli 2015

Tag 9

Und täglich grüßt das Murmeltier, beziehungsweiße Francesco. Unser Motor wollte heute Morgen mal wieder nicht. Etwas beschwippst, nahm er dann doch seine Arbeit auf. Heute lernten wir auch noch etwas dazu. Immer gerade stehen, wenn man den Spiritus einfüllt, anders läuft dieser gerade wieder hinten raus.

Mit einem Baguette in der Ape als Frühstück, begannen wir unsere heutige Tour. Ziel war es, irgendwo süd-östlich von Dijon zu landen und somit die Schweiz zu umfahren.
Gut gelaunt starteten wir und kamen gut voran, bis ca. 10km vor Annecy. Der Motor heulte kurz auf und verstummt dann total.
Der Luftfilter, den wir gestern gereinigt hatten, war schon wieder extrem ölig. Unserer Diagnose lautete: Die Düsen sind verstopft und der Schwimmer klemmt. Also hieß es: Vergaser auseinander bauen, Düsen (nein nicht Drüsen) frei blasen und den Schwimmer frei machen.

Nachdem dies dann erledigt war, ging es weiter durch das Straßengewirr von Annecy und weiter in Richtung Oyonnox.

Unterwegs verloren wir auch noch allen Übels das Ende unserer Zündkerze, das sich freigerüttelt hatte. (Das ist uns mittlerweile ein paar Mal passiert, wenn jemand weiß was man machen kann damit man es nicht dauernd wieder anschrauben muss, gerne mal den Blog kommentieren)
Ca. 20km nach unserer ersten Panne heulte der Motor ein weiteres Mal auf und verstummt erneut.
Wir nahmen, wie beim ersten Mal, den Vergaser auseinander, säuberten die Düsen und machten den Schwimmer frei. Leider ohne Erfolg.
2. Lösung: Spiritus. Der Motor sprang an. Leider nur kurz. So ging es immer weiter, bis wir den Vergaser ganze 4(!) Mal auseinander genommen hatten.
Wir bemerkten, dass Francesco wollte, aber einfach nicht konnte.
Das Benzin kommt aus dem Ausgleichbehälter unten am Vergaser nicht nach oben! Also ein letztes Mal: hoffnungslos und müde bauen wir den Vergaser aus, es ist mittlerweile 5 Uhr, pusten die Düsen frei und bauen zum 5. Mal alles wieder zusammen. Und der Motor startete und blieb tatsächlich an. Dann reinigten wir noch den Luftfilter und alles war gut.
1 ½ Stunden und viel Schweiß später ging es dann tatsächlich weiter.
Erst noch einkaufen, denn morgen war Sonntag, und dann noch 15km bis zum Campingplatz, lautete der Plan. Doch am Ortseingang das gleiche. Francesco, der Dickkopf, wollte nicht mehr. Da es jedoch nicht mehr weit war, entschlossen wir uns weiter zu fahren, indem wir kurz den Choke ziehen und ihn nach 5 Sekunden wieder rein drücken bekommen wir einen kurzen Boost. Es ist zwar unbequem - aber es klappt, die Polizisten, an denen wir vorbei fahren schauen etwas irritiert aber sagen glücklicherweise nichts und so stehen wir nach 5 Minuten vor dem verschlossenen Campingplatz. Jean Luc Auguste gab im Dorf ein Konzert, wo wohl alle Dorfbewohner waren. So blieb der Empfang und somit auch die Schranke noch bis 22.00Uhr geschlossen. Also parkten wir unsere Ape vor der Schranke, machten es uns bequem und kochten auf der Ape.

Als dann kurz nach 10 endlich jemand kam, schoben wir die Ape auf den Platz, bauten unser Zelt auf und gingen mir der Gewissheit, dass wir morgen noch einiges zu tun hatten, ins Bett. Der Dreck, der die Düsen verstopft, musste raus, sonst würden wir noch des Öfteren Probleme bekommen.

Für alle die, die sich über die Sache mit dem Choke wundern: Unsere Hauptdüse war verstopft und deshalb zogen wir zu wenig Benzin aus dem Ausgleichsbehälter. Gleichzeitig war unsere Luftfilter extrem zu. Wir haben, mit gezogenem Choke den Motor fast ersaufen lassen und dann - kurz davor haben wir den Choke wieder rein gedrückt, somit kam viel Luft in den Vergaser, dadurch haben wir einen kurzen Schub bekommen. Das hielt kurz und als wir zu wenig Benzin wieder hatten mussten wir den Choke kurz ziehen usw.

Für alle, die sich nicht sonderlich für das technische interessieren: Es ist ein „Land und Leute – Spezial“ in Planung!!


Silas & Sebastian

Tag 8

Ob Francesco nicht eine Francesca war, darüber waren wir uns heute echt nicht mehr sicher. Denn auch heute war unser Motor wieder sehr bockig. Wir konnten ihn nur mit ein wenig Alkohol dazu überreden, seine Arbeit ordnungsgemäß zu verrichten. Dies war Gott sei Dank auch nicht ganz so viel Arbeit. Wir mussten den Luftfilter abschrauben und dann den Spiritus in den Vergaser geben. Dies funktionierte glücklicherweise auch ein zweites Mal heute, denn es stand der König der Pässe auf dem Programm: der Col d’Iseran.
2770m hoch und damit der höchste Alpenpass. Auf dem Weg zu diesem passierten wir noch den Col de Telegraph, der mit seinen 1600m ein verhältnismäßig niedriger Pass war. Auf dem Iseran angekommen, waren wir erstaunt von der Mondlandschaft dort oben. Kein Baum weit und breit nur Gletscher und Sträucher. Beeindruckt verließen wir den Ort und machten uns auf wieder in flachere Gebiete zu kommen. Da wir stets bergab fuhren, immer in Richtung Tal, erreichten wir unser Tagesziel bereits 2 Stunden früher als geplant, weshalb wir uns entschlossen noch 60km weiter, bis Beaufort, zu fahren. Dort schlugen wir unser Lager auf und wussten, dass es nicht mehr weit bis nach Eggenstein war.

Silas & Sebastian

Samstag, 11. Juli 2015

Tag 7

Nachdem wir gerade so dem Erfriertod entgangen waren, lautete unser Plan: Raus aus den Schlafsäcken und rein in die kuschelige Ape, den Berg stürmen! Doch allem Anschein nach, war es selbst unserer Ape zu kalt. Da wir, wie schon erwähnt, kein Starter-Spray hatten, musste der gute alte Spiritus herhalten. Ein paar Tropfen in den Vergaser und schon schnurrte Francesco (der Motor unserer Ape) wieder wie ein Kätzchen. So konnten wir also, 20 Minuten später als geplant, aufbrechen, zu den drei 2000ern, die heute auf unserem Programm standen.


Auf dem Col d’Agnel (2744m), der der Pass auf unserer Strecke war, lieferten wir uns ein spannendes Kopf an Kopf Rennen mit dem französischen Herrenlanglaufteam. Schlussendlich gaben sie sich von der Ape geschlagen und ließen sich noch ein paar Meter von uns ziehen. Das Frauennationalteam, dass wir einige Meter später trafen, stellte keine Konkurrenz für uns dar, da wir sie ziemlich aus der Konzentration gebracht hatten.
Nachdem wir diese auch hinter uns gelassen hatten, mussten wir das erste Mal schieben. Als wir jedoch oben ankamen, waren wir total glücklich, unseren ersten 2000er bezwungen zu haben. Nicht nur die Alpen waren ein schönes Fotomotiv, das es dort oben zu sehen gab, denn auch wir wurden einige Male von anderen Reisenden fotografiert.

 Als wir auch ein paar Erinnerungen mit unserer Kamera eingefangen hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Col Izoard. Der 2360 hohe Pass, hatte zwischenzeitlich ziemlich blöde Steigungen, so dass unsere Ape diese im 2.Gang fast nicht schaffte. Das hatte zur Folge, dass uns sogar ein Fahrradfahrer (!!!) überholte. Als wir die Spitze erreichten, wurden wir von einem köllner Biker, dessen Nachbar eine Ape hat, mit den Worten „Ihr seid doch verrückt!“ empfangen. Als dieser ein Foto mit uns gemacht hatte, damit er beweisen konnte, dass es doch so verrückte wie uns gibt, fuhren wir entlangen eines gigantischen Gletschers über den Col de Galbier (2642m).
Dieser Kampf zwischen dem Berg und dem 2. Gang, ging deutlich an den 2.Gang, der dieses mal keinerlei Probleme aufzeigte. Den Blick, den wir an der Spitze einfangen konnten, war der schönste des ganzen Tages. Auch hier wurden wieder Kameras gezückt, um die Alpen (aber auch um uns) zu fotografieren. Die letzten 18km bis Valloir, wo wir unser Lager aufschlugen, waren nicht ganz so spektakulär wie der Rest des Tages. Gegen 22.00Uhr, gingen wir 3 schlafen (also wir zwei und die Ape). Wir waren doch ziemlich erledigt nach diesem anstrengenden Tag

Silas & Sebastian

Donnerstag, 9. Juli 2015

Tag 6

Nach dem doch entspannten Tag gestern, war heute wieder etwas „Arbeit“ angesagt. Unser heutiges Ziel war der Fuß des Col d’Agnel. Um dort hinzukommen, mussten wir die bereits erwähnte Abenteuer-Strecke über den Tender passieren.
Unsere Freude war groß, als wir gegen 9:00Uhr den Campingplatz verließen.
Vorbei an malerischen Flussläufen und entlang atemberaubender Bergpanoramen. Da wir mit der Ape doch recht langsam unterwegs sind, konnte man diese Ausblicke richtig genießen. Als wir dann kurz vor dem Tendertunnel eine rote Ampel entdeckten mussten wir erstmal halten. Nach einer kurzen Wartezeit konnten wir weiterfahren, wurden aber kurz darauf von einem Bauarbeiter rausgewunken. Dieser erklärte uns auf Französisch, dass die Passstraße zu sei und wir mit „dem Ding“ ja wohl nicht durch den Tunnel könnten. So ließ er uns stehen und wir waren zunächst ratlos. Wir mussten umplanen. Und planen war wie bekanntlich eher Sebastians Aufgabe, der dies von seinem Vater „geerbt“ hat. (http://www.u-motions.de/leistungen/eventplanung/)
Hier auch mal ein Dank, da wir von ihm auch eine große Unterstützung für unser abenteuerliches Projekt bekamen!

Nachdem wir bereits eine Stunde gewartet hatten, fragten wir mir dem letzten Fünkchen Hoffnung nochmals einen Bauarbeiter, diesmal jedoch einen Italiener. Dieser sah unsere Ape kurz an und meinte dann: „Tunnel? Ja gar kein Problem!“ Etwas verwirrt über diese schnelle und klare Antwort fragten wir nochmals nach, ob wir das richtig verstanden hatten und fuhren dann in der nächsten Grünphase in den Tunnel. Locker, noch bevor die Gegenrichtung Grün bekam, waren wir durch. Glücklich, dass wir es geschafft hatten, aber auch traurig, dass wir nicht die abenteuerliche Strecke nehmen konnten, beschlossen wir wenigstens von der Nordseite den Tender hoch zu fahren. Als wir oben ankamen, erbot sich uns ein wahnsinniger Ausblick. Den letzten Teil unserer heutigen Fahrt, passierte nicht mehr all zu viel. Silas bewies, dass die Aussage: „Man kann in einer Ape nicht schlafen“ wohl gelogen sei. Denn auf einer endlosen Gerade, war es schlussendlich recht langweilig.
Als wir gegen 18.30Uhr an unserem Campingplatz ankamen, war unsere erste Handlung der Griff zu unseren Pullis. Verwöhnt von den heißen Temperaturen der letzten Tage, war es heute doch recht kalt. Auch als wir abends im Zelt lagen, froren wir etwas. Wir schliefen schlussendlich, trotz der Kälte, sehr gut.




 Silas & Sebastian


Tag 4 & Tag 5

Jetzt endlich wollten wir die Zeit rein holen, die wir in den vergangenen Tagen verloren hatten. Also morgens schnell gefrühstückt, weg von dem viel zu teuren Campingplatz und ab auf die große Straße, entlang am Meer. Als wir am Mittag Genua passierten, kamen wir zur Erkenntnis, dass man mit einer Ape auch auf einer 3-spurigen Fahrbahn ohne Probleme fahren konnte. Zwischendurch kauften wir noch das nötigste, verließen sonst die Straße während unserer 10-Stündigen Fahrt nie. Den Campingplatz, den wir gegen Abend erreichten, lag so idyllisch etwas den Berg hoch, dass wir beschlossen, hier noch einen Tag zu entspannen, bevor es in die Berge ging. Wir gingen abends nicht allzu spät schlafen, da wir ziemlich erschöpft von der langen Reise waren. Deswegen hieß es am nächsten Tag erstmal: ENTSPANNEN.
Ganz so leicht getan war das dann doch nicht, schließlich musste die Ape noch bergfest gemacht werden, bevor es den Tag darauf endlich in die Alpen ging. Dies bedeutete vor allem wichtige Einkäufe zu erledigen. Wir benötigten noch Kanister, SD-Karten und Öl. Aber nicht nur das, vor allem waschen mussten wir noch, dass uns unsere T-Shirts nicht ausgehen (Problem hierbei 23:00Uhr abends – Die Wäsche war immer noch nicht trocken.)
Die Ape blieb, zum Glück unserer beanspruchten Hintern den ganzen Tag stehen.
Außerdem änderten wir unsere Route noch einmal. Wir werden nicht wie geplant über Nizza und den col de Bernette fahren, sondern etwas weiter östlich über den Tender. Dies bedeutete, dass es sehr viel abenteuerlicher werden sollte, da dieser 46 Serpentinen und 800m Geröll besitzt. Mit viel Vorfreude gingen wir schlafen, da wir sehr gespannt waren, wie es am nächsten Tag werden würde.


Heute auch mal die ersten Bilder von uns :

 Silas & Sebastian




Dienstag, 7. Juli 2015

Tag 3

Sopresa! (Überraschung) Als wir am Morgen aufstanden, lag Silas' Sim-Karte seelenruhig in der Ape. Da wir damit nicht gerechnet hatten, verließen wir happy den Campingplatz, jedoch nicht, ohne dass der Besitzer ein Foto mit uns der Ape gemacht hat. Unser heutiges Ziel war Genua.

Wir wollten die Kilometer gut machen, die wir durch die Reparatur verloren hatten. Also ging es vorbei an Pisa, leider ohne einen Blick auf den Schiefen Turm zu erhaschen. Hierbei bemerkten wir, dass es mit einer Ape zu zweit, nicht ganz so leicht ist, etwas zu besichtigen. Das Problem ist nämlich, dass das Gepäck hinten auf der Ladefläche frei rumliegt. Das ist leider ein kleiner Nachteil. So blieb uns leider nur ein Bild aus dem Internet vom Turm.


Von Pisa aus ging es ans Meer und auch in die Berge, was nicht geplant war. Dies kostete uns leider SEHR VIEL ZEIT. Wegen der geringen Leistung der Ape und den unverständlichen Beschilderung der Straßen, die teilweise nicht mehr als „Straßen“ erkennbar waren verloren wir mal wieder mehr Zeit als geplant.

Genua blieb uns leider verwehrt und wir kamen an ein Dorf am Rande der Zivilisation. Es gab jedoch MEER! Also gingen wir noch eine Runde schwimmen und dann schlafen. Den Tag darauf  wollten wir schließlich endlich mal Kilometer gut machen.


Silas & Sebastian

Tag 2

„Einmal ans Meer bitte!!“ Das war unser Ziel, gleich am zweiten Tag und natürlich konnten wir es kaum abwarten gleich weiter zu fahren. „Enttäuschung aber inklusive!“ Denn nachdem 7:10Uhr der Wecker klingelte, wollten wir Frühstück kaufen gehen. Es gab jedoch nur ein Problem: Die Ape startete nicht mehr. Auch nach mehrmaligem Versuch nicht. Wir wussten, dass ohne Reparatur sicher nichts mehr gehen würde an diesem Tag. Unsere erste Vermutung war die Zündkerze. Nur irgendwie mussten wir daneben gelegen haben, denn auch nach dem Einbau der neuen funktionierte noch nichts. Nach einem ausführlichen, fachmännischen Telefonat mit dem Vater von Silas, war klar, Vergaser auseinander bauen, reinigen und danach weiter schauen. Leider half das auch nicht weiter, sodass ein Spaziergang durch den Ort angesagt war. Also hieß es zu dem Zeitpunkt nicht mehr „Einmal ans Meer“ ,sondern „Einmal an die Tankstelle bitte. Wir brauchen Starter Spray“ Sebastian erledigte diesen Boten-Job, während Silas das Zelt abbaute. Die nächste Ernüchterung folgte sofort, da kein Laden so was hatte.
Schlussendlich lief die Ape dann schon, da wir nach dem Reinigen vergessen hatten die Zündkerze wieder einzubauen. Da hätte dann auch das Starter Spray mit aller Sicherheit nichts gebracht...

Die Stimmung blieb leider etwas gedrückt, da Silas Sim-Karte verschwunden war und wir sie auch nach langem Suchen nicht fanden.


Mit freundlicher Verabschiedung der anderen Camper, fuhren wir dann um 11:00Uhr endlich los.

Unglück Nummer 3 folgte dann auch bald. Der Motor fing an zu stottern und hatte auf einmal keine Leistung mehr. Silas' Vater Peter meinte: Der Vergaser!

Das Problem war recht schnell gefunden. Beim Vergaser fehlte eine Düse.. Sie wurde glücklicherweise schnell gefunden und so guten wir fast beruhigt bis Volterra durchfahren. Die Drüse löste sich nur noch einmal, sodass wir gegen 19:00Uhr am Campingplatz ankamen.


Silas & Sebastian